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16.08.2004

Wissenswertes über Calcium

Der Mineralstoff Calcium hat im menschlichen und in einigen tierischen Organismen nicht nur als Baustoff für Knochen und Zähne eine besondere Bedeutung. Er ist auch an vielen Mechanismen im Körper beteiligt, ohne die ein gesunder Stoffwechsel nicht funktionieren könnte. So spielt Calcium im Nerven- und Muskelsystem, bei der Aktivierung von Enzymen und bei der Blutgerinnung eine wichtige Rolle.

Wo kommt Calcium vor und wie viel wird benötigt?
Als beste Calciumquelle gilt bekannterweise die Milch. Ein Liter Vollmilch deckt den gesamten Tagesbedarf (1000 mg) eines gesunden Erwachsenen. Joghurt, Buttermilch und Kefir enthalten ähnlich viel Calcium. Wer Milch nicht verträgt (Laktoseintoleranz) oder einfach nicht mag, findet Calcium etwas weniger konzentriert in pflanzlichen Lebensmitteln, vor allem in Gemüsesorten (z.B. Grünkohl, Broccoli), Vollkornprodukten oder Hülsenfrüchten. Das in pflanzlichen Produkten vorkommende Calcium kann der Körper jedoch schlechter aufnehmen als das in tierischen. Des Weiteren ist das Trinken von calciumreichem Mineralwasser (> 150 mg/l) zu empfehlen. Beachten Sie auch beim Kauf die Angaben auf dem Etikett!
Wie Sie ihre Tagesdosis Calcium durch die Kombination verschiedener Lebensmittel erreichen, können Sie hier lesen.

Junge Menschen in der Wachstumsphase benötigen etwas mehr Calcium (1200 mg pro Tag) als Erwachsene, da sich der Mineralstoff besonders in dieser Zeit in die Knochen einlagert. Dieser Prozeß hat einen entscheidenden Einfluss auf die Knochenfestigkeit und damit auf die Entstehung der Osteoporose in späteren Jahren. Osteoporose ist eine Skeletterkrankung, die durch eine niedrige Knochenmasse gekennzeichnet ist und für eine erhöhte Brüchigkeit der Knochen verantwortlich gemacht wird. Diskutiert wird hierbei immer wieder der Zusammenhang zwischen Osteoporose und einer negativen Calciumbilanz, bei der die Aufnahme an Calcium geringer ist als die Ausscheidung. Untersuchungen der letzten Jahre zeigten eine deutliche Wechselbeziehung zwischen Calcium und Osteoporose.
Bei Frauen in den Wechseljahren findet eine Hormonumstellung statt, die die Entkalkung der Knochen begünstigt und damit ebenfalls zu einem erhöhten Osteoporoserisiko führt.
Wie Sie der Osteoporose vorbeugen können und vieles mehr über diese Erkrankung erfahren Sie hier.

Laut DGE haben schwangere Frauen und Stillende zwar keinen erhöhten Bedarf, sollten aber besonders auf eine ausreichende Calciumzufuhr achten, da während der Schwangerschaft vermehrt Calcium in die Knochen eingebaut und in der Stillzeit aus diesen freigesetzt wird, um es dem Kind über die Muttermilch zuzuführen.

Bei einer ausgewogenen Ernährung kann ein Mangel an Calcium, der mit einem Abbau der Knochen einhergeht, nahezu ausgeschlossen werden. Daher sind Nahrungsergänzungsmittel nur dann zu empfehlen, wenn der Bedarf mit der üblichen Kost nicht gedeckt werden kann. Acht geben müssen z.B. Veganer, die auf tierische Produkte und damit auch auf Milch ganz verzichten.

"Calciumförderer und Calciumhemmer"
Damit das aus der Nahrung stammende Calcium über den Darm aufgenommen und in den Knochen eingebaut werden kann, benötigt der Mensch Vitamin D. Es gibt nur wenige Lebensmittel, die dieses Vitamin in genügender Menge enthalten wie z.B. Fisch, Eier, Milch und Käse. Dafür kann der Körper mit Hilfe von Sonneneinstrahlung Vitamin D selbst produzieren. Gerade bei älteren Menschen, die nicht mehr oft ins Freie gehen, kann dies zum Problem werden. Hinzu kommt, dass die körpereigene Vitamin D-Synthese mit dem Alter nachlässt. (Weitere Informationen zur Bedeutung von Calcium im Alter).
Im Gegensatz zum Vitamin D behindern einige Stoffe die Calciumaufnahme wie z.B. Phosphate (in Wurst, Cola) und Oxalsäure (in Spinat, Schwarztee, Rharbarber). Eiweiß, Kaffee und Alkohol erhöhen hingegen die Calciumausscheidung über die Niere. Beide Vorgänge wirken sich negativ auf die Calciumbilanz aus.

Geringere Abweichungen in der Calciumaufnahme werden in der Regel durch ein raffiniertes Hormonsystem ausgeglichen, d.h. bei einer niedrigen Zufuhr an Calcium wird veranlasst, dass von dieser Menge mehr über den Darm aufgenommen und gleichzeitig weniger über die Niere (Urin) ausgeschieden wird. Somit ist weitgehend gewährleistet, dass eine konstante Konzentration an Calcium im Blut besteht, die wichtig für die anfangs genannten Funktionen ist. Da diese Kompensierung nicht unbegrenzt stattfinden kann, sollte stets auf eine genügende Calciumzufuhr geachtet werden.

Literatur:

Biesalski, H.K. u.a.: Ernährungsmedizin. Stuttgart, New York 1999.
Biesalski, H.K.; Köhrle, J.; Schürmann, K.: Vitamine, Spurenelemente und Mineralstoffe. Stuttgart, New York 2002.

Internetquellen:
http://www.medizinfo.de/endokrinologie/stoffwechsel/kalzium.htm (Stand: 3.8.04)
http://www.inform24.de/osteoporose.html (Stand: 4.8.04)
http://www.m-ww.de/gesund_leben/ernaehrung/mineral_spuren/kalzium.html (Stand:5.8.04)



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